Kennen Sie das? Social Media beruflich vs privat
Kennen Sie das noch von früher? Man sitzt gemütlich bei einem Bier oder Wein zusammen und plötzlich kommt die Sprache auf einen bestimmten Film, dessen Hauptdarsteller einem partout nicht einfallen will. Irgendwer hatte dann mit Sicherheit einen "Telefonjoker", den man zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen konnte, der die Antwort wie aus der Pistole geschossen liefern konnte. Das Gleiche gillt natürlich für Musik, wobei man hier je nach Musikrichtung unterschiedliche Joker anrufen konnte. Heute läuft das Ganze eher so ab: Man kommt nicht auf den Hauptdarsteller, holt sein Smartphone raus und googelt nach dem Film. Die IMDB weiss dann bestimmt die Antwort.
Kennen Sie das noch von früher? Sie sind zum Abendessen mit einem guten Freund verabredet und haben sich auf jede Menge Themen eingestellt: Filme, Musik, tagesaktuelle Nachrichten. Nicht berücksichtigt haben Sie, dass Ihr Freund neuerdings meint (und das mit deutlich über 40), er wäre ein "Digital Native". Sie wollen gerade anfangen, über die neue CD der Foo Fighters zu sprechen, als er urplötzlich sein Smartphone zückt und Ihnen seine neuesten Tweets zeigt, Vor- und Nachteile von Tweetdeck und Hootsuite erläutert und Ihnen die Facebook-Seite einer "digitalen Freundin" vom letzten Barcamp präsentiert.
Manche Dinge waren früher tatsächlich besser, vor diesem ganzen Social Media und Mobility Gedöns. Das allwissende Google ist dank mobiler Endgeräte permanent verfügbar (OK, das kann auch mal ganz hilfreich sein) und statt über Musik zu sprechen, tweetet man darüber. Hier geht aus meiner Sicht schon einiges an direkter (und vor allem sinnvoller) Kommunikation verloren. Zumindest privat. Und im Berufsleben?
Kennen Sie das? Sie wurden im Teammeeting dazu verdonnert, das Protokoll zu schreiben. Irgendwo muss doch diese Vorlage sein, aber wo nur? Früher hätten Sie als erstes die Laufwerke M:, R: und K: durchsucht, dann Ihr E-Mail-Konto (irgendjemand hat mir die Vorlage doch mal gemailt) um direkt danach zu kapitulieren und die Vorlage von 1998 (die war noch auf C:) zu verwenden. Heute funktioniert das etwas anders: kurze Frage im Firmen-internen Mikroblog gestellt, die Antwort lässt keine 2 Minuten auf sich warten. Dank Integration ins Dokumenten Management System können Sie direkt auf den Link klicken und haben sofort Zugriff auf die aktuellste Version der Protokollvorlage.
Kennen Sie das? Auf dem Weg nach Hause fällt Ihnen ein, dass da ja noch diese Rechnung ist, die Sie eigentlich heute noch freigeben müssen. Früher hatten Sie mehrere Möglichkeiten: umdrehen, zurück zur Firma, beim Pförtner anmelden (es ist schließlich schon spät), Rechner hochfahren, SAP starten, Rechnung freigeben. Oder einfach nach Hause fahren, Rechnung für den Abend vergessen und morgen im Büro so tun, als hätte Ihnen keiner gesagt, dass es da noch eine wichtige Rechnung gibt. Heute funktioniert das etwas ander: Smartphone gezückt, Firmen-App gestartet, rein in den Workflow, Rechnung anschauen, passt alles. Per Knopfdruck und ohne den Rechner noch mal hochzufahren können Sie die Rechnung freigeben - Ihr Partner freut sich über die gewonnene gemeinsame Zeit und Sie Sich über 10% Skonto.
Im Berufsleben helfen Social Media und mobile Endgeräte enorm. Geschäftsprozesse werden beschleunigt und die Kommunikation mit Kollegen, egal wo diese gerade sind, funktioniert einfach besser. Was sind Ihre Beispiele für den Einsatz von Social Media und mobilen Endgeräten im Arbeitsalltag? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!
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