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7Okt/110

Nein, ich esse meine Suche nicht!

Mit vielen Webseiten ist es so wie mit Frühstücksbuffets in großen Hotels:  super Auswahl, super Aussehen, noch mehr Auswahl. Nur leider fühle ich mich ohnehin schon überfordert und finde mich nur schwer zurecht - insbesondere dann, wenn ich zum ersten Mal Gast bin und die Nacht kurz war. Dann suche ich und suche ich und sehe vieles aber was mir eigentlich schmeckt finde ich nicht.

Mit vielen Webseiten habe ich das gleiche Problem: ein riesiges Angebot an Inhalten, aber wo ist die Information, die ich wirklich suche? In nur wenigen Klicks zum Kauf bzw. zur Info: Fehlanzeige! Und um die Suche zu nutzen muss ich schon wissen, wie der Fachbegriff bei diesem konkreten Anbieter heißt, um ein brauchbares Ergebnis zu bekommen. Da gibt es für mich nur eine Entscheidung: Und tschüss!

Was will ich wirklich? Ich will finden! Ich will, auch ohne Experte zu sein, den richtigen Inhalt erreichen können - und das mit so wenigen Klicks wie möglich. Da gibt es aus meiner Sicht drei Wege zum Ziel:

  1. Der Anbieter kennt mich. Dann sollte eine personalisierte Seite mich zu meinen bevorzugten oder den Inhalten führen, die mich interessanten könnten.
  2. Ich bin neu hier. Trotzdem hätte ich gerne Empfehlungen ("Recommendations") zu Inhalten die - neue - Benutzer sich ansehen sollten oder typischerweise als erstes aufrufen. Sollte doch kein Problem sein, oder?
  3. Ich will finden, weiß aber nicht wonach ich suchen muss. Die Suche sollte mich unterstützen und mich gezielt zu den richtigen Inhalten navigieren, auch wenn ich völlig unspezifische allgemeine Begriffe eingebe. Das sollte intuitiv funktionieren und zwar mit Hilfe von Facetten (z.B. Eingrenzung auf Personen, Orte, Schlagwörter etc.) und anderen Filtern. Super: so werde ich nebenbei noch zum Experten und habe mit ein paar Klicks selbst große Treffermengen eingegrenzt und meinen Inhalt gefunden!

Neulich war ich auf der KnowTech, einem der größten Kongresse in Deutschland zum Thema Wissensmanagment. Hier treffen sich Experten die genau dieses Problem versuchen zu lösen: wie kommt das Wissen von denen die es haben (sollten) zu denjenigen die es brauchen. Die Bereitstellung des Wissens steht auf einem anderen Blatt; hier interessiert mich die Perspektive des Suchenden. Häufig scheitert der Erfolg an zuvielen Informationen und der Struktur. Die Struktur kann in dem einen Fall zu ausgeprägt, im anderen zu wenig vorhanden sein. Wie immer: wie man es macht, macht man es falsch und vor allem keinem Recht.

Auch im Jahre 22 des Webs ist die Organisation und Suche von Informationen noch eine Herausforderung - sowohl für Content-Ersteller, Content-Organisatoren und Content-Konsumenten. Wissen schlummert in diversen Repositories - ungenutzt. Inhalte könnten Kunden überzeugen - unauffindbar. Informationen im Kontext wären wertvoll - unzureichende Metadaten. Geht es Ihnen ähnlich? Suchen Sie auch häufig vergeblich? Verzweifeln Sie an der Organisation von wertvollen Informationen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und bin gespannt wie Sie verhindern, dass Ihre Kunden sagen: "Nein, eure Suche esse ich nicht!"

Quelle Bilder: http://commons.wikimedia.org und Greentech Communications GmbH

16Sep/110

Wissen macht nichts

Vor einigen Tagen sollten Marc und ich einen Vortrag zum Thema Wissensmanagement in der Praxis beim IKN 2020 (Das digitale Niedersachsen) halten. Impressionen unter: http://www.btc-ag.com/de/4177.htm

Als wir das Thema bekamen, war der erste Gedanke, den ich dazu hatte: Womit habe ich das nur verdient.  Knowledge Management ist ja fast ein Schimpfwort und ich erinnere mich an die Projekte die ca. 8-10 Jahre zurückliegen und nie wirklich funktioniert hatten (Oh man(n), so lange schon beschäftige ich mich mit diesen Themen).

Nach einer längeren und sehr intensiven Diskussion mit Marc, haben wir Wissensmanagement mal aus einer anderen Brille betrachtet. Letztendlich bewegten uns  drei wichtige Punkte, die im Augenblick unser tägliches IT- Leben bestimmen.

Socialise IT

Wenn wir mal auf unsere Erfahrungen mit KM zurückblicken, war einer der wichtigsten“ Show Stopper“, dass viele Informationen nicht für alle zugänglich waren und die Bewahrer, laut Förster-Kreuz (das sind unsere derzeitigen Lieblingsautoren, in einem späteren Artikel dazu mehr), diejenigen sind die im Unternehmen das Herrschaftswissen fördern und dies natürlich mit aller Kraft verteidigen.

Durch soziale Netzwerke  hat sich das geändert und die Bewahrer sterben langsam aus. Die Mitarbeiter sind es gewohnt, Informationen zu teilen und zu vertrauen. Ein perfektes Beispiel hierfür ist Wikipedia aber auch Facebook und Twitter, und ich meine nicht die Hollywood Stars die uns Ihr Leben ausbreiten wollen, sondern die vielen Millionen User die mit diesen Medien und der Macht die Sie dadurch erlangt haben, verantwortungsvoll  umgehen. Zusätzlich erstreckt sich das Wissen nicht mehr nur auf das Unternehmen, Millionen von Experten tauschen sich Weltweit aus und stellen Ihre Erfahrung und Ihr Wissen allen zu Verfügung. Sollen wir darauf verzichten?  Denn die Gruppe ist immer schlauer, als die Summe der Einzelnen.

Mobilise IT

Ok, ich höre schon die Skeptiker die sagen werden:“ Jetzt auch noch eine Wissensmanagement App“! Ich sage: Warum eigentlich nicht?
Smartphones und weitere mobile Endgeräte haben sich durchgesetzt und vermischen private und geschäftliche Kommunikation.
Jeder kann überall und jederzeit Wissen erhalten und neues Wissen zur Verfügung stellen. Schlanke und smarte Apps tun genau das was wir wollen und sind nicht überfrachtet mit nicht benötigten Funktionen. Und, nicht zu vergessen, es macht Spaß z.B. mit einen iPad zu arbeiten.

Put Content in Context

Die Kunst ist es, aus den einzelnen Buchstaben Wörter zu bilden. Wie schaffe ich es, ohne aufwändige Indexierung und händische Zuordnung einen inhaltlichen Zusammenhang darzustellen? Dazu mehr im nächsten Artikel von Matthias, wir müssen ja den Spannungsbogen aufrechterhalten.

Bis dahin ein kurzer Hinweis in eigener Sache: http://www.knowtech.net/kongress/666.aspx

Mein Fazit lautet:

Wissensmanagement wird funktionieren!

Die Technologie ist vorhanden, ausgereift und hundertfach im Einsatz. Die Mitarbeiter im Unternehmen haben sich verändert und wir freuen uns auf erfolgreiche und spannende Projekte.

   

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