F4ECM Blog Enterprise Content Management und mehr

3Feb/122

Die Cloud im Selbstversuch

Dass ich ein Mobil-Junkie bin wissen Sie ja schon. Ehrlich gesagt, dass ist noch nicht alles - ich bin auch ein Apple-Fanboy (ich glaube, so nennt man das heute). Mobil bin ich schon länger mit iPhone und iPad ausgerüstet und nun habe ich mir zu Weihnachten einen iMac geschenkt. Das hat für mich gleich mehrere Implikationen:

  1. Ich kann endlich in ansprechender Geschwindigkeit Videos bearbeiten und rendern, was eine große Erleichterung in meiner alltäglichen Arbeit bedeutet.
  2. Ich steige jetzt so richtig um, von Windows auf MacOS X. Ob das auch eine Erleichterung für meine tägliche Arbeit bedeutet und was genau ich getan habe, damit das reibungslos funktioniert, davon handelt dieser Blogbeitrag.

Beruflich benutze ich nach wie vor ein Windows Notebook. Es gibt tatsächlich auch noch Fälle, bei denen ich diesen mit mir rumschleppe (zusätzlich zum iPad). Da ich von zu Hause aus arbeite, besteht meine erste Aufgabe darin, die wichtigsten beruflichen Tools und natürlich alle wichtigen Dokumente auf den iMac zu übertragen. Da ist es wieder, das böse "übertragen". Eigentlich müsste es doch mittlerweile möglich sein, für die meisten Anwendungsfälle die Cloud zu benutzen. Sprach's und legte los...

Diverse Cloud Applikationen benutze ich nun schon ziemlich lange, als allererstes sicherlich meine private Mail. Da dies ein IMAP-Account ist, konnte ich den einfach anklemmen fertig. Sobald unser Firmen-E-Mail auf Exchange 2010 umgestellt ist, kann ich auch das ohne weitere Hindernisse am Mac nutzen. Auf meinen mobile Endgeräten nutze ich das bereits.

Evernote, mein digitales Gedächtnis, habe ich mir aus dem Mac-Store geladen, einmal synchronisiert, fertig. Kontakte liegen bei Google, diverse private Dokumente in meiner Dropbox, soweit alles easy. Was mache ich jetzt mit meinen Firmen-Dokumenten? Alle auf eine externe Festplatte kopieren? Und wie komme ich dann mobil an meine Unterlagen?

Zum Glück arbeite ich in einer exzellenten Software-Firma, die gerade rechtzeitig zum Kauf meines iMacs ein neues Tool rausbringt, um Dokumente einfach und sicher abzulegen, mit mobilen Endgeräten von überall abzurufen und per Desktop-Integration automatisch zu synchronisieren. Das Tool heisst Tempo und ist seit dem 01. Februar verfügbar. Im Moment gibt es leider noch keinen Mac-Client, ab nächster Woche bin ich allerdings im Beta-Programm dafür und solange kann ich das einfache Web-Interface nutzen.

Gesagt, getan, ich lade gerade meine "gesammelten Werke" in unser Firmen-Repository. Dort kann ich meine Dokumente extrem einfach mit meinen Kollegen teilen, wir können gemeinsam daran arbeiten und alle DMS-Funktionalitäten wie z.B. Versionierung und Auditing sind automatisch integriert. Ich gebe zu, ich freue mich auf meine Glasfaserleitung, die ich hoffentlich in diesem Jahr bekomme. Mehrere Dutzend Gigabyte über eine DSL-Leitung zu schieben ist wirklich nur Semi-lustig. Naja, ich bin jung, ich kann warten...

Dank dieser Möglichkeit, meine Firmen-internen Dokumente sicher in der Cloud abzulegen, sind bei mir zu keiner Zeit Sicherheits-Bedenken aufgekommen. Alles liegt im Firmen Repository, wird dort gesichert und kann sogar vollautomatisch mit Aufbewahrungsrichtlinien (Records Management) versehen werden. Freigaben erstelle ich selbständig und habe somit die volle Kontrolle über meine Dokumente.

Eine weitere Cloud-Applikation, die ich mir umgehend bestellt habe, ist iTunes Match. Somit habe ich (fast) meine gesamte Musiksammlung überall und auf jedem Gerät verfügbar. Nur für meine privaten Bilder muss ich mir noch was ausdenken, aktuell sind mir die Preise für Cloud-Storage in der entsprechenden Größenordnung noch zu teuer.

Wie bereits oben erwähnt gibt es nach wie vor eine Herausforderung, der man sich im Umgang mit der Cloud stellen muss: Bandbreite. Dies ist weniger beim Download schwierig, ein DSL-Anschluss ist hier sicherlich ausreichend. Beim Upload, besonders von großen Datenmengen (bspws. Firmen-Repository, iTunes Match bei einem Nicht-Standard Musikgeschmack), braucht man schon ein wenig Geduld. Ob sich diese Situation durch neue Technologien wie LTE oder Glasfaser entspannt hängt sicherlich von der lokalen Verfügbarkeit ab.

Apropo Verfügbarkeit: bislang hatte ich in keinem der Dienste in der Cloud jemals einen Ausfall. Egal ob Zugriff per Desktop oder Mobile-Client, ich komme immer an meine Daten. Und natürlich kann ich bei kritischen Dokumenten, wenn ich auf Nummer sicher gehen will, diese temporär lokal auf meinen Endgeräten vorhalten.

Fazit: Der Umstieg von Windows auf Mac hat reibungslos geklappt! Ich bin extrem zufrieden mit meinem neuen Gerät und lebe jetzt wirklich vollständig "in der Cloud". Komisch, dass mir solche Themen ausgerechnet beim Fliegen einfallen.

veröffentlicht unter: Cloud, Innovation 2 Kommentare
   

Switch to our mobile site