Die Matrix lebt! Virtuell wird Realität.
Wie soll der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Diese Frage stellt Bianca Gade im netmedia Blog und möchte mit den Antworten ein ebook erstellen. Wir von F4ECM haben uns überlegt, was wir dazu beitragen können und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir heute schon recht nah dran sind, am Arbeitsplatz, wie wir ihn uns vorstellen. Dabei geht es uns primär um die Fragestellung, wie wir arbeiten bzw. arbeiten wollen. Unsere Unterhaltung dazu haben wir hier aufgeschrieben.
Wie war das eigentlich damals?
Klaus: Mein damaliger Chef Werner sagte zu mir: “Da gibt es zwei Kollegen, Marc und Thomas, unterhalte Dich mal mit denen!”. Gesagt, getan und dann kam noch Matthias dazu.
Matthias: Erstmal ging es um den abteilungsübergreifenden Austausch. Wir haben bemerkt, dass wir alle an ähnlichen Themen arbeiten; da mussten wir einen Weg finden, uns auszutauschen und gemeinsam an (Kunden-)Projekten zu arbeiten.
Marc: Und irgendwann haben wir uns dann einfach mal in Hamburg getroffen und unser virtuelles Team ins Leben gerufen. Seitdem treffen wir uns regelmäßig und haben die ersten gemeinsamen Projekte umgesetzt, wie z.B. unsere Mobility Show auf den letzten Content Days.
Hat man euch das einfach so erlaubt?
Klaus: Ja, bei mir war das so und das war gut so, denn wir arbeiten heute immer noch gemeinsam zusammen.
Thomas: Dabei war es nicht nur so erlaubt, sondern explizit gewünscht, jedenfalls von meinem Management. Wir wollen und sollen nicht in unserem Elfenbeiturm sitzen und unsere Themen für uns aufarbeiten. Unser Ziel ist es auch die Sichtweise der anderen Abteilungen und auch der europäischen Kulturunterschiede zu berücksichtigen um voneinander zu profitieren und zu lernen.Warum funktioniert etwas in Deutschland aber in Schweden nicht und was machen die Engländer anders?
Matthias: Naja, unser Austausch hat ganz gut funktioniert und wir konnten ja auch relativ schnell einige gute Ideen und Aktionen beisteuern und umsetzen. Bei OpenText ist viel die Rede von “purpose-driven virtual teams” - ich denke das trifft voll und ganz auf uns zu: der Zweck ist die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit an innovativen Themen und die schnelle Umsetzung von Ergebnissen von denen die gesamte Organisation profitieren kann.
Und dann?
Thomas:Die große Frage, die wir leider nicht mit 43 beantworten konnten. Wie können wir die großen Themen im ECM-Bereich sowie Social Media und Mobility für unsere Kunden im Business-Zusammenhang darstellen und das ganze auf keinen Fall mit PowerPoint?
Matthias: Dann, dann kam der OpenText Content Day, die jährliche Kundenveranstaltung mit über 500 Teilnehmern.
Marc: Unser erster gemeinsamer Auftritt...
Erzählt doch mal was zum Content Day Projekt
Thomas:Wir wussten was wir erreichen wollten, hatten aber keinen blassen Schimmer wie. Nachdem wir dann in “Brainstorming Sessions” viele Ideen gesammelt hatten, haben wir sehr gnadenlos ausgesiebt. http://www.youtube.com/watch?v=JPqFNQCXF9Y
Was war Umsetzbar, finanziell, zeitlich und vor allen Dingen wie passt das zusammen.
Klaus: Die Entwicklung des Storybooks hat einfach nur Spaß gemacht und das Ergebnis war auch Dank unseres Videofilmers Hans-Jürgen einfach super..
Marc: Umgesetzt haben wir dann ein dreiteiliges Bühnenstück mit echten Beispielen aus dem ganz normalen Business-Alltag: schnell mal eben was erledigen, ohne dass man dafür im Büro sein muss. Einfach mobil arbeiten, das haben wir dann etwas anders als sonst dargestellt.
Wie findet ihr denn eure Themen?
Klaus: Die Frage muß für mich eigenlich lauten: “Warum findet ihr neue Themen?”. Weil sich aus unseren Ideen viele gute, neue Themen ergeben. Das ganze basiert sehr stark auf Anregungen von Kollegen, aus unseren Produkten und natürlich viel lesen, online und offline (das sind Bücher).
Thomas: In unserem Arbeitsumfeld passiert täglich etwas Neues. Wir tauschen uns viel aus und beobachten was den Markt und vor allen Dingen unsere Kunden bewegt oder für diese spannend werden könnte.
Matthias: Unsere Themen sind sicher innovativ und manchmal ein bisschen der Zeit voraus. Da muss man aufpassen nicht zu weit voraus zu preschen. Aber als “Think Tank” muss man wohl auch ein bisschen “spinnen” dürfen, oder?
Marc: Und das mit dem “Spinnen” funktioniert ganz gut, vor allem bei uns. Einer hat immer Ideen, die diskutieren wir dann und machen mit den besten weiter.
Und wie arbeitet ihr konkret zusammen?
Thomas: Wir reden, zeichnen, streiten, lachen (sehr viel) und finden dann beim Türken oder Griechen (gemeinsames Mittagessen) bis jetzt immer einen gemeinsamen Konsens. Sollte das nicht mehr funktionieren werden wir mal den Italiener ausprobieren.
Marc: Ich hoffe allerdings sehr, dass es soweit nicht kommt! Wirklich spannend an unserer Arbeitsweise finde ich, dass wir teilweise mit komplett konträren Meinungen an ein Thema herangehen und im Endeffekt bei einem gemeinsamen Ergebnis landen. Dabei überzeugen wir uns gegenseitig mit Argumenten, ohne dass jemand wirklich große Zugeständnisse machen muss sondern jeder zu jedem Ergebnis vorbehaltlos steht.
Matthias: … das geht aber nur bei gegenseitiger Wertschätzung und der Akzeptanz, dass jeder auf einem anderen Gebiet zu Hause ist und ein paar Spezialerfahrungen aus der Vergangenenheit beisteuern kann. Wenn die wie hier alle einbezogen und genutzt werden kann viel Kreativität und Relevanz entstehen.
Was macht ihr mit den Ergebnissen?
Klaus: Unsere Kollegen, unsere Teams und unser Management stehen vielen Ideen offen gegenüber. Das motiviert und ermöglicht uns viele Umsetzungen.
Thomas: Wir stellen Sie in unserem Management vor und haben dabei das Glück nicht auf hierarchische Schranken zu treffen sondern auf Interesse und offene Ohren.
Matthias: Und wir versuchen natürlich die Ergebnisse in unsere Teams zurück zu tragen. Das klappt manchmal prima, manchmal weniger gut. Aber wir arbeiten dran.
Was würdet ihr anderen empfehlen?
Klaus: Findet Spaß an Euren Themen. Ihr seid kreativer als Ihr denkt. Sucht Euch Kollegen, die mitmachen.
Marc: Initiative, ein gesunder Antrieb, ist ein wichtiges Element. Jeder hat tolle Ideen, traut Euch einfach, diese auszusprechen und mit anderen zu diskutieren. Und lasst Euch auf keinen Fall demotivieren, falls eine Idee mal nicht funktioniert - ein Stürmer im Fußball braucht auch viele Schüsse, bevor mal einer trifft.
Thomas: Machen und nicht auf eine Einladung warten. Die kommt in den seltensten Fällen. Traut Euch etwas anders zu machen und sucht Euch Mitstreiter die für die gleichen Themen brennen. Überlegt Euch gut, wie und was Ihr vorstellt, das sollte sehr außergewöhnlich sein. Aber das Potential ist da, wenn der Schalter erst mal umgelegt wurde.
Matthias: Mut zu neuem Denken. Aber die Kommunikation, Politik und Organisation nicht vergessen!
Spielt die Technologie für euch eine Rolle?
Klaus: Zuerst nicht, da sind es Ideen und Themen. Dann natürlich auch die Technologien für die Umsetzung.
Thomas: Technologie ist nicht so wichtig für die eigentliche Arbeit aber für die Inspiration und die Ideenfindung.Wir arbeiten alle in einer Hightech Firma und sind somit auch Technik-verliebt. Ich arbeite gern mit dem iPad und interessiere mich für neue Entwicklungen. Aber wenn die Technik Mittel zum Zweck und nicht mehr im Zusammenhang zum Business steht und keine Mehrwerte erzeugt, stellen wir uns immer wieder die Frage ob wir auf dem richtigen Weg sind.
Matthias: naja, Thomas, wir sind schon Spielkinder. Ich sag nur: Twitter, Blogs, Apple, Hangouts. Solange die Technik hilft besser zu kommunizieren und effizienter zu werden macht das für mich Sinn.
Marc: Wir sind zwar keine Nerds, lieben aber kleine Gadgets. Neue, coole Technologie ist bei uns schon immer auch ein Thema.
Ist das effizient?
Klaus: Einfach nur: Ja.
Marc: Auf jeden Fall ist der Output bis jetzt ziemlich gut angekommen.
Thomas: Für die Themen die wir bearbeiten auf jeden Fall! Bei uns geht es viel um Kreativität und um neue Sichtweisen. Dafür muss man sich austauschen und kann nicht vor einem weißen Blatt im stillen Kämmerlein sitzen.
Matthias: Sehe ich auch so: der Output / Zeit ist schon recht hoch.
Was inspiriert euch?
Klaus: Marc!
Marc: Thomas!
Thomas: Matthias!
Matthias: Klaus!
Spielt für euch Freizeit eine Rolle?
Klaus: Eine sehr wesentliche Rolle. Nur mit Familie und meinen Hobbys kann ich richtig abschalten und neue Energie aufladen. Na ja, so bei der Auswahl von Literatur ist Arbeit und Freizeit schon oft eng bei einander.
Marc: Aus meiner Sicht ist das eine Frage der Definition von Freizeit bzw. von Arbeit. Wenn ich am Wochenende Mails lese oder einen Blogbeitrag schreibe, ist das Arbeit? Wenn ich am Montag um 9 Uhr die neuesten Nachrichten von Mashup lese und aktuelle Blogbeiträge scanne, ist das Freizeit?
Matthias: Die Familie darf nicht zu kurz kommen! Ich sehe schon einen Trend zur Verschmelzung von Arbeit und Freizeit, da die Kommunikation einen überall hin begleitet - und das in beide Richtungen.
Was plant ihr für die Zukunft?
Klaus: Ich lebe eigentlich im “heute”. Die Zukunft entwickelt sich automatisch aus unserer Zusammenarbeit.
Thomas:Weitermachen, neue Themen aufgreifen und Kollegen ermutigen und inspirieren ähnliche Wege einzuschlagen.
Marc: Noch mehr Ideen generieren und immer wieder ausprobieren. Und vor allem: falls mal was nicht funktioniert: lernen und mit dem nächsten Projekt weitermachen.
Matthias: Tu’ Gutes und rede drüber. Don’t do stupid!






